Über Stefan Eisele

Stefan Eisele Portrait

Algorithmen streben nach Perfektion. Ich nach dem Bruch darin. Genauer gesagt: Rost, Erosion, das Gewicht von Material – gerendert von einer Maschine, die noch nie eine Oberfläche berührt hat. Durch mein Studium im Industriedesign weiß ich, wie Materialien sich verhalten: wie Stahl verwittert, wie Farbe reißt und wie Oberflächen Gebrauchsspuren speichern. Dieses Wissen nutze ich, um generative KI dorthin zu schieben, wo sie nicht hin will – zum Rauen, Schweren, Greifbaren.

Konkret bewegt sich meine Arbeit zwischen digitaler Präzision und physischem Verfall. Während des Prozesses durchläuft jedes Bild dutzende Iterationen, manuelle Korrekturen und bewusste Entscheidungen darüber, was roh bleibt und was verfeinert wird. Doch die Maschine liefert immer wieder glatte Oberflächen – also ziehe ich sie in Richtung Reibung. Das Ergebnis sitzt dazwischen: saubere Berechnung, der man den Widerstand des Materials noch ansieht.

Die Arbeit

Beispielsweise erforsche ich in meiner Serie „Rust Orange and Dim Blue” digitale Materialität – KI-generierte Oberflächen, die sich anfühlen wie Ölfarbe, Ton oder verwitterter Stahl. Gleichzeitig verwandelt „Handcrafted AI Slop” die Abwertung von KI-Kunst in eine Frage: Wenn alles Generierte wertlos ist, können dann Intention und Handwerk innerhalb des Algorithmus existieren? Darüber hinaus untersucht die jüngste Werkreihe „Recursive Identities”, wie sich Identität durch ständige Wiederholung und Verschiebung verändert.

Letztlich geht es in allen Serien um dieselbe Frage: nicht ob Maschinen Kunst machen können, sondern was passiert, wenn man sie zwingt, sich an echte Materialien zu erinnern.

Hintergrund

In den vergangenen Jahren wurde meine Arbeit in der AI-ARTS.ORG Annual Collection 2024 veröffentlicht, für den Hamburg AI Creators Award nominiert und beim 4. AI-ARTS Wettbewerb 2025 als Lead Creator ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden meine Arbeiten “Unstable Realities” und “Conformity” für die ersten beiden Ausgaben von SIXFINGERS ausgewählt, dem kostenlosen monatlichen KI-Kunst-Magazin der Plattform IIIIL. Zudem habe ich als erster KI-Künstler in TRUMPFs pARTgallery generative Kunst in die Industriekommunikation gebracht. Parallel dazu arbeite ich als 3D Visual Artist bei Mercedes-Benz – eine Praxis, die meinen Blick für Präzision schärft und die kreative Spannung meiner freien Arbeit speist.


Anerkennung

Publikationen

Insbesondere wurde meine Arbeit in folgenden Publikationen vorgestellt:

SIXFINGERS KI-Kunst Magazin Vol. 1 Cover

SIXFINGERS Vol. 1 (2026)
Gefeaturte Arbeit: “Unstable Realities”
Kostenloses KI-Kunst-Magazin von IIIIL
Kostenloser PDF-Download

SIXFINGERS KI-Kunst Magazin Vol. 2 Cover

SIXFINGERS Vol. 2 (2026)
Gefeaturte Arbeit: “Conformity”
Kostenloses KI-Kunst-Magazin von IIIIL
Kostenloser PDF-Download

AI-ARTS.ORG Annual Collection 2024

AI-ARTS.ORG Annual Collection 2024
Ausgewählter KI-Künstler für die internationale Jahressammlung

KI:Kultur Publikation

KI:Kultur (2024)
Interview von Julia Geiger
Universität Tübingen
Kostenloser PDF-Download

Wettbewerbe & Auszeichnungen

Vor allem folgende Wettbewerbe und Auszeichnungen sind zu nennen:

Darüber hinaus erhielt ich 2025 drei Nominierungen: Lead Creator beim 4. AI-ARTS Wettbewerb, Shortlist-Auswahl für den Hamburg AI Creators Award (Kategorie Moving Image) und erster KI-Künstler in TRUMPFs pARTgallery-Kundenmagazin.

Zuvor wurde ich 2024 für die Top 10 beim AI-ARTS.ORG Wettbewerb mit „Rust Orange and Dim Blue” ausgewählt.

Ausgewählte Ausstellungen

Ebenso wurde meine Arbeit an folgenden Orten und Veranstaltungen gezeigt:

Recurring Now

2025 | Hamburg AI Creators Award
„Recurring Now: What Changes, What Remains”

2023 | Einzelausstellung
„Between Control and Coincidence”
frisierbar Stuttgart (6 Monate)

2021 | Einzelausstellung
„Endless City”
Weltcafé Gerlingen

2018 | Einzelausstellung
„#homo-metropolis”
Weltcafé Stuttgart

2016 | Präsentation
„Synesthesy – Musik sehen”
Internationales Kolloquium
Universität Stuttgart

Ausbildung

Nicht zuletzt bildet meine akademische Ausbildung die Grundlage:

2014–2017
Master of Arts, Elektronische Medien
Hochschule der Medien Stuttgart

2010–2014
Bachelor, Industriedesign
Hochschule Pforzheim


Aktuell verfügbar für Ausstellungen, Auftragsarbeiten und künstlerische Kooperationen.